Der Test

“Vater werden ist nicht schwer”, sagt das Sprichwort. Ob man’s tatsächlich ist, ist aber manchmal ein quälender Zweifel.

Allein in Deutschland schätzen Experten die Zahl der Kinder, die mit einem anderen als dem leiblichen Vater aufwachsen, auf 35-40000 jährlich. Besonders häufig treten unklare Verhältnisse auf, wenn Frauen in der Übergangsphase von einem Partner zum anderen schwanger werden. In der anfänglichen Freude über die Schwangerschaft wird die Streitfrage der Vaterschaft oft nicht angeschnitten, um das Verhältnis zum neuen Partner nicht zu gefährden. Doch können solche Ungewissheiten die Beziehung auf Dauer stark gefährden.

Dabei sind klare Verhältnisse einfach zu schaffen. Die Probennahme für eine DNA-Analyse ist heute nicht schwieriger durchzuführen als bei einem Schwangerschaftstest. Moderne Techniken erlauben es uns heute, Ihnen einen sicheren DNA-Vaterschaftstest mit Wahrscheinlichkeitswerten von bis zu 99,999999% preisgünstig anzubieten.

Vaterschaftstest Vater – Kind, Test ohne Mutter

Auch wenn keine Probe der Mutter zum Testen zur Verfügung steht, kann man Verwandtschafts- und Abstammungsverhältnisse mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bestimmen. Bei 16 DNA-Markern, die wir routinemäßig testen, können Werte zwischen 99,9% und 99,999 % erreicht werden. In jedem Fall muss jedoch die Kindesmutter in eine Untersuchung des minderjährigen Kindes einwilligen. Bei einer Verweigerung sieht der Gesetzgeber eine ersatzweise gerichtlich verfügte Einverständniserklärung vor. Ohne eine dieser beiden Varianten kann eine Untersuchung bei einem minderjährigen Kind nicht vorgenommen werden !

Im o.g. Fall werden für den Vaterschaftstest Vater-Kind nur die Merkmale bestimmt, die vom Vater auf das Kind vererbt wurden. Zusätzliche Sicherheit des Vaterschaftstests erhält man aber durch die Einbeziehung einer Probe der Mutter des Kindes. Allgemein sinken die Wahrscheinlichkeitswerte, wenn die Mutter an der Untersuchung nicht beteiligt ist.

Vaterschaftstest Vater – Kind, Test mit Mutter

Maximale Sicherheit des Tests erhält man durch die Einbeziehung der Mutter des Kindes in den DNA-Test. Der DNA-Vaterschaftstest kann Wahrscheinlichkeiten der Vaterschaft von 99,99% bis 99,999999% ergeben. Der genaue Wert ergibt sich erst durch die Testergebnisse in der Kombination von häufig und selten vorkommenden Erbmerkmalen, die vom Vater auf das Kind vererbt werden.

Analog zum Vaterschaftstest kann man auch einen Mutterschaftstest durchführen. Allgemein handelt es sich beim DNA-Vaterschaftstest nicht um einen Gentest. Deshalb ergibt die Ermittlung eines DNA-Profils auch keine Information zu genetischen Krankheiten oder Eigenschaften, wie z. B. Haut, Haar oder Augenfarbe.

Geschwistertest

Prinzipiell ist es möglich, allein aufgrund der genetischen Profile eine Aussage darüber zu treffen, ob zwei oder mehr Personen Geschwister sind oder nicht ( indirekter Vaterschaftstest ). Voraussetzung ist die Analyse von DNA-Proben der betreffenden Personen. Stehen auch Proben des biologischen Vaters oder der Mutter zur Analyse zur Verfügung, fällt die Aussage entsprechend genauer aus. Je nach Konstellation und Testumfang können Werte größer als 99,9 % erreicht werden.

Sind die in Frage kommenden Personen männlich, können wir mit Hilfe Y-chromosomaler Marker paternale Abstammungslinien untersuchen, um einen indirekten Vaterschaftststest durchzuführen und erhalten sehr präzise Ergebnisse über den Verwandtschaftsgrad. Zur Untersuchung benötigen wir Speichelproben oder anderes Probenmaterial.

Beispiele zur Vererbung

Auch wenn der mögliche Vater verstorben ist, kann man durch einen Vaterschaftstest prüfen, ob zwei oder mehr Geschwister denselben Vater haben. Mehr Information und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit der Abstammung erhält man, wenn man die Mutter oder Verwandte des Vaters in den Geschwistertest einbezieht.

Sollte die durch einen DNA-Test erhaltene Information nicht ausreichen, um ein eindeutiges Ergebnis zu formulieren, müssen DNA-Fingerabdrücke von weiteren Personen aus der bewussten Abstammungslinie gewonnen werden. Durch entsprechende Berechnungen (Simulation), können wir vor Beginn des DNA-Test ermitteln, mit welcher Wahrscheinlichkeit man eine Verwandtschaft feststellen kann.

Je mehr Informationen zur Verfügung stehen (Anzahl der untersuchten Personen und DNA-Marker), desto aussagekräftiger ist das Untersuchungsergebnis. Je nach Fall können wir Erbmerkmale auf bis zu 24 DNA-Marker testen. Bei einem Vaterschaftstest untersuchen wir in der Regel 16 DNA-Marker.

Sollten die Eltern für einen Test nicht zur Verfügung stehen, können auch Geschwister der Eltern oder die Großeltern getestet werden, um Fragen zur Abstammung zu beantworten.

Ziel des Vaterschaftstests ist es, die Blutsverwandtschaft zwischen zwei oder mehr Personen mit hoher Sicherheit festzustellen oder auszuschließen.

Für die Durchführung eines Vaterschaftstests wird eine geringe Menge DNA benötigt. Diese gewinnt man unter anderem aus Proben der Mundschleimhaut oder aus Blut.

Beim Vaterschaftstest wird der genetische Fingerabdruck des möglichen Vaters des Kindes und der Mutter erstellt.

Für jedes untersuchte Genmerkmal besitzt das Kind zwei Ausprägungen, das väterliche Allel und das mütterliche Allel. Mittels des genetischen Abdruckes der Mutter lässt sich bestimmen, welche Ausprägungen vom Vater dem Kind vererbt wurden und ob dies mit dem zu untersuchenden Mann übereinstimmt.

Findet man keine Übereinstimmung so erfolgt der Ausschluss, d.h. der Vaterschaftstest zeigt, dass der untersuchte Mann  nicht der Vater des Kindes sein kann. Dieses Ergebnis unterliegt keiner Wahrscheinlichkeitsberechnung und schließt die Vaterschaft 100%ig aus.

Findet sich jedoch beim Vaterschaftstest in allen untersuchten Genorten eine Übereinstimmung zwischen untersuchtem Mann und Kind, erfolgt über populationsspezifische Daten eine statistische Berechnung der Vaterschaft. Diese liegt in dem von uns verwendetem System erfahrungsgemäß über 99,9 %, was einer erwiesenen Vaterschaft nahezu gleichkommt. Selbst wenn der Fingerabdruck der Mutter (Defizienzfall) nicht vorliegt, erlaubt dieses System im Fall des Nichtausschlusses eine Aussage zur Vaterschaft, die über 99,9 % liegt.

Für die Berechnung hinsichtlich der Genauigkeit des Vaterschaftstests bei Feststellung der Vaterschaft gilt die Gültigkeit nur, insofern kein näherer Verwandter (Bruder, Vater, … ) als weiterer Vater in Frage kommt. Liegt dies jedoch im Rahmen der Möglichkeiten, ist es erforderlich, von dieser Person ebenfalls eine Probe einzuschicken und in jedem Fall diese Hypothese bei der biostatistischen Bewertung zu berücksichtigen.